Obwohl nun schon zum zweiten Mal live gesehen war der Abend wieder sensationell. Im Gegensatz zur ersten Veranstaltung im vergangenen Jahr waren diesmal auch viele Nicht-Hundemenschen in der Halle und haben sich genau so über Martin Rütters ernst-ironischen Informationen gefreut wie die Hundehalter. Auf unnachahmliche Weise schafft dieser Mensch es, einen mitzureißen, einen Spiegel vor die Nase zu halten und dafür zu sorgen, dass Herrchen, Frauchen und "andere Menschen" sich vor Lachen auf den Sitzen krümmen.
Wenn er von seinen Erfahrungen mit Kunden erzählt, bleibt kein Auge trocken. Man fragt sich, wie Menschen so dämlich sein können, nur, um 5 Minuten später sich selbst diese Frage zu stellen. Aus jedem Wort hört man die Liebe, die Martin Rütter dem treusten Freund des Menschen entgegen bringt. Er spricht darüber, wie er bei Kunden, deren Hunde kurz vor der Explosion stehen, drum herum Reden muss, um diese darauf aufmerksam zu machen, dass ihr Waldi doch etwas übergewichtig ist. Oder, wie er versucht, ernst zu bleiben, wenn ein stolzer Hundehalter ihm erklärt, schon zig Hunde gehabt zu haben, aber nie war einer so intelligent wie der derzeitige und er sich verzweifelt fragt, wie um alles in der Welt dann die zig anderen Hunde wohl waren.
Er versteht es, sich selbst auf den Arm zu nehmen. Z.B. wenn er davon berichtet, wie er von der Züchterin seine Retriever Hündin Mina den Rat bekam, unbedingt einen höhenverstellbaren Futternapfhalter anzuschaffen, weil sonst der Hund Haltungsfehler bekommen würde. Lachend erzählt er davon, dass er, als die Hündin 1 Jahr alt war, beobachtete, wie sie ihr Futter in 40 Sekunden aufgesaugt hatte. Er verspürte damals das wilde Verlangen, bei der Züchterin anzurufen und ihr zu sagen, dass, wenn die Hunde aus ihrer Zucht innerhalb von 40 Sekunden einen Haltungsschaden davon tragen würden, er doch von dem Kauf zurück treten möchte. Abschließend erklärt er, seine Mina habe selbstverständlich bis zum Schluss diesen höhenverstellbaren Halter gehabt!
Immer wieder weist er auch darauf hin, dass unsere Hunde in direkter Linie vom Canis Lupus abstammen und ihre lateinische Bezeichnung demzufolge Canis Lupus Familiaris lautet. Und das kein Wolf seine Beute auf einen Baumstamm legt, um beim Fressen keinen Haltungsschaden zu bekommen. Oder das Canis Lupus nicht jeden Tag um Punkt 18 Uhr sein Fressen erbeutet. Dabei wird einem klar, wie sehr wir unsere Lieblinge verwöhnen.
Lernen kann man nebenbei auch einiges. Z.B. dass der Hund kein rein olfaktorischer Wahrnehmer ist, sondern sich ganz im Gegenteil, in erster Linie auf visuelle Wahrnehmungen verlässt. Er beobachtet seine Leute genau und lernt daraus, baut auf diesen Beobachtungen sein Verhalten in seinem Rudel auf. So erfasst er schnell, wer der Rudelführer ist. Er lernt, dass er oft erheblich mehr darf als die "Welpen" seiner Menschen. Demzufolge darf man sich nicht wundern, wenn man immer wieder von schrecklichen Unfällen liest!
Fazit: Martin Rütter ist definitiv nicht nur etwas für Hundehalter, sondern mit seiner vernünftigen, intelligenten Art, Dinge zu sehen, auch ein unterhaltsamer Showmaster für Nicht-Hundehalter.

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