Das ist schon Ironie. Da haben vor 40 Jahren alle aufgeatmet, als die Ölheizungen so richtig in Mode kamen, jeder war froh, dass die elende Holz und Kohleschlepperei ein Ende hatte, und heute? Damals war ich zu jung, um dabei schon mit zu machen, dafür fange ich es denn jetzt damit an, wo ich eigentlich schon fast zu alt dafür bin! Da fährt man ins Wochenende und steht dann den lieben langen Tag draußen, die Männer gehen auf Jagd (nach Bäumen) fällen alles, was ihnen unter die Motorsäge kommt, und wir Frauen stehen von morgens bis abends am Holzspalter, stapeln tonnenweise tonnenschweres Holz in den Stall und die Tenne und schaffen dann, weil angetrocknetes Holz rein gebracht werden muss, auch noch 4 Kubikmeter Holz vom letzten Jahr aus einer Holzmiete in die Tenne, wo es dann fein säuberlich auch noch gestapelt werden muss. Und am Ende des Wochenendes freut man sich auf die Woche, weil keine Arbeit, die man da verrichten muss, so anstrengend ist, wie diese!
Hat aber auch sein Gutes! Holz heizt nicht nur ein Mal! Erst wird einem heiß beim Fällen. Dann wird einem heiß beim Verladen. Dann wird einem heiß beim wieder Abladen. Dann wird einem heiß beim Spalten. Dann wird einem heiß bei Wegschaffen und Stapeln. Und last, but not least, beim in die Wohnung schleppen wird einem gleich noch mal heiß! Ach ja, und wenn es dann endlich im Kamin verschwindet, wird einem auch warm. Allerdings fragt man sich dann: Hey, war das nun wirklich die ganze Arbeit wert? Wie viel einfacher ist es doch, an der Heizung einfach den Schalter umzulegen, um es warm zu haben. Aber spätestens bei der nächsten Heizölrechnung wird einem mehr als klar: JA! Die Arbeit hat sich gelohnt! In diesem Sinne: BAUM FÄLLT!

