Dienstag, 22. November 2011

Fassungslosigkeit!

Dienstagabend. Der Tag, an dem mein Mann seine Mutter besucht. Das sind zu Fuß ungefähr 2,8 km. Er nimmt unseren Terrier mit und nach ungefähr 20 Minuten fahre ich unseren alten Boxer mit dem Wagen hinterher. Die alte Dame schafft nicht mehr die ganze Strecke. Sie läuft dann den letzten Kilometer mit und das reicht ihr auch. Ich selbst fahre, wenn ich die alte Lady abgesetzt habe, im Bogen nach Hause zurück, alles in allem 4,6 km. Durch Wohngebiet und gut 1,3 km an einer der Hauptverkehrsstraßen Hamburgs entlang. Dem sogenannten Ring 2. Heute habe ich mal gezielt darauf geachtet, wie sich das Leben auf dem Fußweg im Dunkel abspielt. Ich fahre in der Regel gegen 16.40 Uhr los, da ist es jetzt bereits dunkel. Ich war schockiert!

Auf diesen 4,6 km habe ich 9 Hunde gesehen, mit deutlich sichtbaren, blinkenden oder dauer leuchtenden Spezialhalsbändern, damit man sie rechtzeitig und eben deutlich sieht. 9 Stück. Im Gegenzug habe ich, was ich so im letzten Moment sehen konnte, 16 Kinder im Alter wohl zwischen gerade alleine laufen können und schon alleine mit einem kleinen Fahrrad oder Roller unterwegs, gezählt. Dunkel gekleidet und nicht einmal den winzigsten Fetzen von Reflektoren oder irgendetwas anderem, hellen, leuchtenden oder blinkenden an der Kleidung. ..... Hm ..... Wenn das repräsentativ ist, frage ich mich wirklich, wie Eltern so drauf sind! Wenn was passiert macht ja nichts, man kann ja ein neues Kind machen, oder wie????? Ich bin wirklich fassungslos über so viel bodenlosen Leichtsinn! Hätte ich ein Kind, welches zu dieser Jahreszeit aus welchen Gründen auch immer noch nach Einbruch der Dunkelheit draußen wäre, ich schwöre, alle Auto- und Fahrradfahrer würden vor Reflektoren und und blinkenden Gegenständen an den hellen Klamotten geblendet die Augen schließen! 

Fazit: Wir Hundehalter sind eben doch die besseren Eltern! 

Sonntag, 6. November 2011

Unerreicht

Obwohl nun schon zum zweiten Mal live gesehen war der Abend wieder sensationell. Im Gegensatz zur ersten Veranstaltung im vergangenen Jahr waren diesmal auch viele Nicht-Hundemenschen in der Halle und haben sich genau so über Martin Rütters ernst-ironischen Informationen gefreut wie die Hundehalter. Auf unnachahmliche Weise schafft dieser Mensch es, einen mitzureißen, einen Spiegel vor die Nase zu halten und dafür zu sorgen, dass Herrchen, Frauchen und "andere Menschen" sich vor Lachen auf den Sitzen krümmen. 

Wenn er von seinen Erfahrungen mit Kunden erzählt, bleibt kein Auge trocken. Man fragt sich, wie Menschen so dämlich sein können, nur, um 5 Minuten später sich selbst diese Frage zu stellen. Aus jedem Wort hört man die Liebe, die Martin Rütter dem treusten Freund des Menschen entgegen bringt. Er spricht darüber, wie er bei Kunden, deren Hunde kurz vor der Explosion stehen, drum herum Reden muss, um diese darauf aufmerksam zu machen, dass ihr Waldi doch etwas übergewichtig ist. Oder, wie er versucht, ernst zu bleiben, wenn ein stolzer Hundehalter ihm erklärt, schon zig Hunde gehabt zu haben, aber nie war einer so intelligent wie der derzeitige und er sich verzweifelt fragt, wie um alles in der Welt dann die zig anderen Hunde wohl waren. 

Er versteht es, sich selbst auf den Arm zu nehmen. Z.B. wenn er davon berichtet, wie er von der Züchterin seine Retriever Hündin Mina den Rat bekam, unbedingt einen höhenverstellbaren Futternapfhalter anzuschaffen, weil sonst der Hund Haltungsfehler bekommen würde. Lachend erzählt er davon, dass er, als die Hündin 1 Jahr alt war, beobachtete, wie sie ihr Futter in 40 Sekunden aufgesaugt hatte. Er verspürte damals das wilde Verlangen, bei der Züchterin anzurufen und ihr zu sagen, dass, wenn die Hunde aus ihrer Zucht innerhalb von 40 Sekunden einen Haltungsschaden davon tragen würden, er doch von dem Kauf zurück treten möchte. Abschließend erklärt er, seine Mina habe selbstverständlich bis zum Schluss diesen höhenverstellbaren Halter gehabt! 

Immer wieder weist er auch darauf hin, dass unsere Hunde in direkter Linie vom Canis Lupus abstammen und ihre lateinische Bezeichnung demzufolge Canis Lupus Familiaris lautet. Und das kein Wolf seine Beute auf einen Baumstamm legt, um beim Fressen keinen Haltungsschaden zu bekommen. Oder das Canis Lupus nicht jeden Tag um Punkt 18 Uhr sein Fressen erbeutet. Dabei wird einem klar, wie sehr wir unsere Lieblinge verwöhnen. 

Lernen kann man nebenbei auch einiges. Z.B. dass der Hund kein rein olfaktorischer Wahrnehmer ist, sondern sich ganz im Gegenteil, in erster Linie auf visuelle Wahrnehmungen verlässt. Er beobachtet seine Leute genau und lernt daraus, baut auf diesen Beobachtungen sein Verhalten in seinem Rudel auf. So erfasst er schnell, wer der Rudelführer ist. Er lernt, dass er oft erheblich mehr darf als die "Welpen" seiner Menschen. Demzufolge darf man sich nicht wundern, wenn man immer wieder von schrecklichen Unfällen liest!

Fazit: Martin Rütter ist definitiv nicht nur etwas für Hundehalter, sondern mit seiner vernünftigen, intelligenten Art, Dinge zu sehen, auch ein unterhaltsamer Showmaster für Nicht-Hundehalter. 

Samstag, 5. November 2011

Hund/Deutsch - Deutsch/Hund


Heute Abend werden wir uns zum zweiten Mal Martin Rütter in seiner Show anschauen. Leider mussten wir im Herbst letzten Jahres schon nach einer knappen Stunde gehen. Wir waren auf dem Weg zur Show klitschnass geworden und hielten es schließlich nicht mehr aus. Daher brachen wir damals schweren Herzens ab. 


Doch heute Abend wird uns nichts davon abhalten, die ganze Show anzusehen! Dieser Mann ist so dermaßen genial, dass man als Hundeliebhaber nicht um ihn herum kommt. Was er sagt hat Hand und Fuß, er hat ein unglaubliches Fachwissen und einen einmaligen Humor. Wenn er auf der Bühne steht und von seinen Erfahrungen mit Hundehaltern und Hunden erzählt, kommt es einem vor, als sähe man in einen Spiegel, weil man sich selbst in so vielen Kleinigkeiten wieder erkennt. Vieles von dem, was er auch in seiner Sendung: Der Hundeprofi sagt und erklärt, haben wir mit unseren beiden Hunden umgesetzt und es klappt. Besser als alles, was man vorher in Hundeschulen als Tipps erhalten hat. Nie geht er mit Härte an ein Problem heran, immer nur mit Verständnis und Freundlichkeit. Da gibt es kein brutales Leinengezerre, keine Strafen, nur liebevolle Arbeit. Und die Hunde danken es ihm. Und auch die Besitzer, die es in erster Linie sind, die "erzogen" werden müssen.