Mittwoch, 1. Dezember 2010

Was für ein Abend!

Es ist ein beruhigendes Gefühl, dass 10 Jahre auch nicht an Superstars vorbei gehen. Nicht nur Otto Normal Verbraucher werden älter! 

Der Abend begann mit ein wenig schlechter Laune, da in unserer Firma derzeit ziemlicher Stress herrscht. Männe war genervt, ich war genervt, eigentlich keine guten Voraussetzungen. Wir haben uns um kurz vor 7 Uhr ins Auto gesetzt und sind die paar Meter zur O2 World gefahren. Parkplatz war um die Zeit kein Problem. 4 Euro ... Wir folgten den Massen zum Eingang, wo wir bereits durch sortiert wurden. Innenraumplätze nach unten, Tribünenplätze nach oben. Gute Organisation! Wir gehörten zu denen, die Innneraumplätze hatten. Also verschwanden wir mit all den anderen Innenraumbesuchern eine Treppe hinunter. Hier staute es sich heftig. Eine nette, blonde junge Frau rief in die wartenden Menschen, ob O2 Kunden dabei wären. Diese wurden aus der Warteschlange geholt und durften wie First Class Passagiere auf dem Flughafen einen gesonderten Eingang benutzen. Nun gut, damit hatte ich kein Problem.

Wir wunderten uns ein wenig, warum es so extrem langsam weiter ging. Als wir uns dem Eingang näherten sahen wir, warum! Zwei Gatter, vielleicht 1,50 m lang und so schmal, dass die körperlich ausgeprägteren Besucher sich besorgt fragten, ob sie überhaupt da durch passen würden, oder ob sie wie Korken in der Flasche stecken bleiben würden, waren hier montiert. Jeder musste da durch. Wie Vieh auf einer Verladerampe! Am Ende dieser Gatter warteten ein männlicher und eine weibliche Angestellte und nahmen bei jedem einzelnen Besucher eine Leibesvisitation durch! Arme ausgestreckt, am Körper hinunter, an den Beinen entlang! Ich dachte, ich bin im falschen Film, wirklich! Die Damen mit Handtaschen durften diese öffnen und deren Inhalte wurden ebenfalls genau unter die Lupe genommen. Ähm ...
Nun kann man zu Recht sagen, die Anschlagsgefahr ist groß, aber eine 75 jährige an zwei Krücken ist nicht gerade die typische Terroristin, die zu einer solchen Veranstaltung eine Bombe mit bringt! Ich war angepisst, um es mal ganz vulgär auszudrücken! Ich mag es gar nicht, von wildfremden Menschen betatscht zu werden, ich hasse es sogar! Am Flughafen mit diesen Metalldetektoren abgescannt zu werden ist eine Sache. Auf einer solchen Veranstaltung von irgendwelchen grinsenden 20jährigen körperlich berührt zu werden ist eine andere Sache! Aber nun waren wir wenigstens erst einmal in der Halle.

Unsere Plätze zu finden war kein Problem, da auch in der Halle jede Menge Personal hilfreich und freundlich zur Verfügung stand. Der nächste Schreck kam dann, als wir die Stühle sahen, die man hier aufgebaut hatte. Einfache, recht schmale Metallstühle mit einer Sitzmulde, in die ein vielleicht 3 cm dickes Kissen eingelassen war. Mal ganz abgesehen von dem wirklich sehr kuscheligen Körperkontakt mit den rechts und links sitzenden Besuchern waren diese Stühle eine Frechheit! Wer mehr als 40 Kilo wog spürte nach 3 Minuten den Metallrand der Sitzmulde, der sich schmerzhaft in die Beine zu drücken begann. Am Hinterteil pressen sich die Metallstreben der Rückenlehne nach spätestens 5 Minuten schmerzhaft in das Fleisch. Und es ist nicht etwa so, dass die Innenraumkarten 10 Euro gekostet hätten, was eine solch primitive Sitzgelegenheit gerechtfertigt hätte. Wir saßen im dritten Block von der Bühne aus gesehen, was ungefähr auf der Hälfte der Innenraumfläche bedeutete. Also nicht gerade dich an der Bühne. Und unsere Karten hatten je 84 Euro gekostet! Weiter vorne, das bekamen wir mit, lagen die Preise bei 130 Euro! Für solche Preise könnte man doch eine etwas komfortablere Sitzgelegenheit erwarten, oder?

Als es dann mit einer Verspätung von fast 20 Minuten los ging, wurden wir auf einen weiteren eklatanten Fehler der Sitzmöglichkeit aufmerksam! Man konnte kaum auf die Bühne gucken! Links und rechts derselben waren große Leinwände angebracht, auf diesen konnte man nun mehr oder weniger gut verfolgen, was sich auf der Bühne abspielte. Da es der Entscheidung der Kameraleute oblag, was gerade gezeigt wurde, starrten wir auch schon einmal 2 Minuten lang verblüfft auf eine brennende Fackel ... Ähm ...

Was sich nicht geändert hatte war die Tatsache, dass kaum, dass Michael Flatley die Bühne betrat, die ca. 14.500 Zuschauer aufsprangen und Klatschten, Pfiffen, Jubelten! Was muss das für den Künstler bedeuten, wenn man eine solch überwältigende Begeisterung hervor ruft? 14.500 Menschen, die vom Alter her so zwischen 15 und 85 lagen, standen und Gröhlten und Johlten vor Begeisterung! Es ist unglaublich! Gänsehauterzeugend! 

Zu Michael Flatley selber: Man merkt ihm die 10 Jahre mehr an, soviel ist sicher. In Hannover hatte man das Gefühl, er wäre der Schwerkraft entledigt, der Mann schwebte 2 cm über dem Boden. Er bewegte sich mit der Geschmeidigkeit einer Raubkatze. Heute muss er hart Arbeiten. Oh, er kann es noch, soviel ist sicher. Doch heute schweben die anderen, er muss wirklich hart Arbeiten. Und das machte er gut. Groß etwas geändert wurde an der Geschichte nicht. Die Kostüme sind etwas moderner geworden, hautenge Trikos, viel Glitter. Flatleys Kostüme sind dafür etwas weniger eng, da er auch an Gewicht zugelegt hat. 

Fazit des Abends: Es hat Spaß gemacht, den großen Michael Flatley noch einmal live zu Erleben. Das drum herum war ... nervig, um es einmal wohlwollend auszudrücken. Wenn es das ist, was in Zukunft dem Besuch eines Konzertes oder einer anderen Großveranstaltung, egal, welcher Art, voraus geht, hat sich dieses Thema für mich wohl erledigt. Ich bin nicht willens, mich einer solchen Behandlung zu unterwerfen, da bleibe ich lieber zuhause. Möge man mich für meine Meinung beschränkt oder verblödet Schimpfen, doch dazu stehe ich! Ich bin nicht Willens, mich für eine Veranstalung solcher Art wie eine Verbrecherin im Knast abtasten zu lassen! 

2 Kommentare:

  1. Och, als wir 2008 in der Schleyerhalle beim Katie Melua-Konzert waren konnten wir das Geschehen auch nur auf der Leinwand mitverfolgen. Wir saßen nicht im Innenraum, also nicht direkt vor der Bühne, sondern auf dem Rang, schräg rechts neben der Bühne auf ner Holzbank. Und sitz du mal 2 Stunden auf ner dämlichen Holzbank ohne Kissen und ohne Lehne! Da wär mir jeder noch so unbequemer Stuhl mit Lehne deulich angenehmer gewesen. Das ist auch der Grund, warum ich auch nicht gerne zu solchen Konzertveranstaltungen oder im allgemeinen zu Großraumveranstaltungen gehe. Man bezahlt nen Haufen Kohle, um den oder die Künstler, dann nur winzig klein auf der Bühne zu sehen, wenn überhaupt, selbst wenn du in der ersten Reihe sitzt, sitzt du noch mindestens 20 Meter von der Bühne weg, aus Sicherheitsgründen für den Promi. Und nach der Veranstaltung hatten wir bestimmt ne Stunde gebraucht um überhaupt vom Parkplatz wieder runterzukommen. Das war das nervigste überhaupt. Ich hab Mike letztes Jahr zu Weihnachten einfach die Konzert-DVD von der Käthe geschenkt und jetzt kann man sie live, gemütlich auf der Couch lümmelnd, ganz groß auf der Bühne angucken für wenig Geld und das so oft man möchte!
    Watt warn datt noch für Zeiten als meine Schwester und ich kurz nach der Wende im Ostseestadion beim Tina Turner Konzert waren. Da standen wir ganz vorne an der Bühne und ich meine direkt an der Bühne, die gute Tina hätten wir die Beine wegreißen können, so dicht. Da war noch nix von wegen Sicherheit und so und vor allem konnte man da auch stehen. Heutzutage muss man ja selbst bei Metal-Konzerten vor der Bühne schon sitzen.
    Ne, datt macht so keinen Spaß!

    Hoffe, ihrhattet wenigstens ein klein bisschen Spaß und die negativen Vorkommnisse überwiegen nicht.

    Grüßle Fobsily

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  2. Wer ist diese Katie Melua eigentlich???? Die kommt auch demnächst in die O2 World!

    Ne, in dieser Art kannte ich datt nicht. Wir waren vor ... Jahren mal in der Halle, da hieß sie noch Color Line Arena, zu Appasionata. Da haben wir natürlich uffe Tribüne gesessen, weil damals der gesamte Innenraum die Bühne war. Das war absolut okay. Und zu Konzerten, auch mal zu Lord of the dance, allerings damals ohne Flatley, sind wir sonst in die Alsterdorfer Sporthalle gegangen. Freundliche 6.000 Plätze, bei konzerten wurde im Innenraum gestanden, DAS war absolut okay, wenn ich z.B. zu Iron Maiden gehe WILL ich gar nicht sitzen! Da waren die Karten auch immer wirklich zu vernünftigen Preisen zu bekommen, ich war sehr oft dort, z.B. auch fürs Wrestling. Vollkommen in Ordnung. Aber in die blöde O2 World gehe ich nie wieder! Obwohl Maiden da 2011 auch hin kommen, nen Tag nach meinem Geburtstag, datt würde mcih durchaus reizen. Aber nicht um den Preis. Neene, vielen Dank!

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