Freitag, 29. Oktober 2010

Steigerungen möglich!



Seit ungefähr vier Wochen habe ich das zweifelhafte Vergnügen, meine Schwiegermutter einmal die Woche in das AKA Hamburg, jetzt besser bekannt unter dem Klangvollen Namen Asklepios Klinik, zu fahren. Sie muss sich dort aufgrund von diabetisch bedingten Micro - Aneurysmen einer Laserbehandlung unterziehen. An sich keine große Sache, doch durch die Pupillen erweiternden Tropfen, die man ihr für die Behandlung verabreichen muss ist sie in ihrer Sehfähigkeit stark eingeschenkt und dementsprechend unsicher auf den Füßen. So begleite ich sie, was mir grundsätzlich auch nichts ausmacht. 
 Der erste, eigentliche Untersuchungstermin in der Augenfachabteilung der Klinik war, einkalkuliert der Wartezeiten, bis verschiedene Tropfen ihre Wirkung voll entfaltet hatten, noch der schnellste der bisherigen Termin. Nach knapp 90 Minuten waren alle Untersuchungen abgeschlossen, wir hatten das Ergebnis und konnten gehen. Dann kam der erste Lasertermin. Wir mussten uns anmelden, meine Schwiegermutter bekam von einer netten Schwester erneut die erweiternden Tropfen in das zu behandelnde Auge und dann durften wir uns in den Warteraum setzen. Dort saßen wir geschlagene 2 Stunden, bis meine Schwiegermutter endlich für rasante 2 Minuten in den Laserbehandlungsraum gebeten wurde. Nun sind wir zum Glück beide wahre Frohnaturen, haben uns die Wartezeit so gut wie in einem Wartezimmer möglich vertrieben. 
Schließlich, 10 Tage später, hatten wir den zweiten Termin. Gleicher Ablauf: Anmelden, Tropfen, Wartezimmer. Ich frage die Schwester, ob wir wieder mit einer Wartezeit von 2 Stunden rechnen könnten. Die Antwort war sehr euphorisch: Nein, heute wären 2 Ärzte anwesend, heute würde es ganz anders ablaufen. Erleichtert, da man ja letztlich doch besseres zu tun hat als Stunden im Wartebereich einer Arztpraxis zu verbringen, setzten wir uns also guter Dinge zu den anderen wartenden Patienten. Um es kurz zu machen, die Schwester hatte absolut Recht! Es lief ganz anders ab! Diesmal warteten wir 2,5 Stunden! Aber es hatte sich gelohnt! Immerhin dauerte die Behandlung dafür auch schon 3 Minuten. 
Gestern nun hatten wir den dritten von vier Terminen. Was soll ich sagen? Eine Steigerung nach oben ist immer möglich, das wurde uns gestern Nachmittag bewiesen! Der Termin war um 13.50 Uhr. An die Reihe kamen wir doch tatsächlich um 17.10 Uhr! Noch 5 Minuten länger und die inzwischen anwesende Putzkolonne hätte uns vermutlich aus dem Raum gefegt. Um Irrtümern vorzubeugen: Ich möchte hier nicht die Ärzte oder die Schwestern anprangern. Was ich kritisieren möchte ist die Organisation. Es kann nicht sein, dass Patienten derart lange warten müssen, obwohl sie feste Termine haben! Die Pupille meiner Schwiegermutter begann bereits, sich wieder zu verengen! Das kann es doch nicht sein! Und es war durchaus nicht so, dass Notfälle dazwischen gekommen wären, womit man ja in anderen Abteilungen, wie z.B. der Röntgenabteilung, immer rechnen muss. Ich habe inzwischen 17,50 Euro dem Parkhaus des Krankenhauses zukommen lassen. Auch das ist ein Punkt, der mich sehr ärgert! Und wir haben noch einen Termin vor uns! Wir überlegen ernsthaft, uns ein Fresspaket mitzunehmen! Getränke bekommt man dort zum Glück! 
Liebe Asklepios Klinik, bitte überdenkt doch einmal ernsthaft eure Organisation!

5 Kommentare:

  1. "Asklepios - Gemeinsam für Gesundheit", die Betonung hierbei liegt wohl auf Gemeinsam, denn wo sonst als im Krankenhaus oder ner Arztpraxis kommen so viele verschiedene Menschen zusammen und verbringen dort GEMEINSAN ihre Zeit in den Warteräumen. :-P

    Ich finde es auch immer wieder toll, wenn ich ein paar Wochen auf nen Termin warten muss, dann hab ich endlich einen und wenn ich dann beim Arzt bin muss ich trotzdem Stunden warten, so als ob ich keinen Termin hätte. Unglaublich!

    Ist wohl überall so, ne GEMEINSAMkeit quasi. *lol*

    Tja, krank darfste einfach nicht werden in unseren so tollen Sozialstaat!!!

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  2. Huch, vergessen mich zu erkennen zu geben...

    Ich, die Fobi hab das da eben geschrieben. :-)

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  3. Mensch, an den Aspekt habe ich ja noch gar nicht gedacht! Du bringst da ja ein ganz neues Detail ins Spiel! Man sollte also quasi dankbar sein, dass man soooo lange mit netten Menschen, die das gleiche Schicksal teilen, zusammen sein darf! *freu* Da sehe ich dem vorerst letzten Termin am Donnerstag doch gleich ganz anders entgegen! DANKE! *knutsch*

    Hätte übrigens aus so gewusst, dass nur du solch sarkastische Bemerkungen von dir geben kannst! *grins*

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  4. Und der andere gemeinsame Nenner bei Besuchen von Arztpraxen ist, dass man sich da regelmäßig irgendeinen Virus einfängt :-(
    Hab mir wahrscheinlich letzte Woche beim Orthopäden ne fette Erkältung geholt und das, obwohl ich schon drauf geachtet habe, dass ich da so gut wie nix anfasse. Aber ich musste ja geröngt werden und das Wartezimmer war so vollgestopft mit zum Teil wirklichen Bazillenschleudern, also anderen Patienten, dass ich nu auch zu einer Bazillenschleuder mutiert bin. Man gibt ja gern, der GEMEINSAMKEIT wegen.

    *hust,schniefundnies*
    Fobi

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  5. Tja, datt is datt nächste Problem ... Ist halt wie im Kindergarten, da fangen sich die Blagen auch alles ein. Max bringt es freundlicherweise mit nach Hause und steckt Tim an, der dann meine Schwester und Papa ansteckt. Immer in fröhlicher Runde! Gott, wie ich es liebe, kinderlos zu sein! *gehässiggrins*

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